Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Cheftrainer - Thomas Brdarić
(19.03.2019, 23:24)Napoleon schrieb: Bist du immer noch sauer, weil er den Wegmann angeschrien hat? 
Man spricht ja heutzutage von Verrohung der Gesellschaft, aber meiner Meinung nach ist genau das Gegenteil der Fall. Unserer Generation geht's glücklicherweise viel zu gut. Aber wehe dem, es kommen mal andere Zeiten... Früher war der Ton wesentlich rauer, gerade auch beim Fußball. Da hätte nach der Sache kein Hahn gekräht. Heute brauchts gleich einen Stuhlkreis + Psychologen, damit der Junge keinen Schaden davon trägt.

Das sehe ich ganz genauso - und das ist nicht nur im Fussball so!
Allerdings finde ich schon, das ein Trainer erkennen muß, was mit seinem Kader möglich ist und was nicht!
Das der Kader durchaus im Stande ist, guten Fußball zu spielen, das hat er ja schon bewiesen. Daher finde ich das Gejammere des Trainers von "fehlender Qualität" zumindest z.T. fragwürdig...
Er kann nunmal in einem insolventen 4.Liga-Verein in Thüringen mit dem hiesigen Kader nicht wie der FC Barcelona auftreten!
Zitieren
Ich denke, das er die nächste Stufe zünden will angesichts der Hinrunde, aber die Mannschaft kann oder will nicht. Das kann man von hier aus nicht beurteilen.

Zum Thema Ton gegenüber Wegmann: da bin ich voll bei meinen Vorredner. Es ist vieles zu weich geworden. Gibt es mal Gegenwind, wird gleich zusammengebrochen. Wenn ich an meine aktive Zeit denke...da wurde gemault und im Anschluss sich die Hand gegeben und ein Bier geöffnet...Und heute?!!!
Zitieren
(19.03.2019, 23:24)Napoleon schrieb: Bist du immer noch sauer, weil er den Wegmann angeschrien hat? 
Man spricht ja heutzutage von Verrohung der Gesellschaft, aber meiner Meinung nach ist genau das Gegenteil der Fall. Unserer Generation geht's glücklicherweise viel zu gut. Aber wehe dem, es kommen mal andere Zeiten... Früher war der Ton wesentlich rauer, gerade auch beim Fußball. Da hätte nach der Sache kein Hahn gekräht. Heute brauchts gleich einen Stuhlkreis + Psychologen, damit der Junge keinen Schaden davon trägt.

Ach, was heißt sauer? Nein. Aber das, was da rausbrach, aber das ist ein weiteres Puzzleteil über den Trainer Brdaric, das halt ins Gesamtbild passt. Die Verrohung unserer Gesellschaft ist ja ein wissenschaftlich anerkanntes Problem, aber ich würde es jetzt nicht auf den Fußball beziehen. Und ich würde den Fußball nicht als "letzte Bastion" des "urdeutschen rabiaten Umgangstons" bezeichnen. 

Es ist eigentlich ganz einfach: Jahrzehntelang haben Wissenschaftler sich mit den Themen Motivation, Demotivation, Leistungssteigerung, Psychologie, etc. beschäftigt. Jeder Pädagoge weiß, dass sich das Rad da in den letzten Jahren gedreht hat. Es ist bekannt, dass sich Leistungen im Fußball zum überwiegenden Teil zwischen den Ohren abspielen. Wenn ich einen Spieler habe, der schwach im Kopfballspiel ist, lasse ich ihn das trainieren. Wenn ich einen Spieler habe, der nach einer langen Verletzungen Muskeln aufbauen muss, lass ich ihn das machen. Wenn ich einen älteren Spieler habe, belaste ich ihn anders, als eine U19-Mannschaft.
Wenn ich Spieler besser machen will (und damit das Team), muss ich sie auch individuell fördern. Und ich muss zusehen, dass ich sie erreiche. Sicherlich gibt es Spieler, die müssen vom Trainer richtig angebrüllt werden, damit sie es verstehen und machen, was er will. Wegmann offenbar nicht. Ich habe auch generell nichts gegen raue Worte auf und neben dem Platz. Aber auch da gibt es Eskalationsstufen und von einem erfahrenen Trainer (und Pädagogen), erwarte ich da einfach mehr. 

Du schreibst es ja selbst: Früher war das anders. Die Welt ist aber nicht mehr so. Wir spielen nicht mehr auf gewalztem Schnee, wir nehmen keine Lederbälle mehr, wir trinken keinen Kasten Bier mehr nach jedem Training, etc. Es gibt schon einen Grund, warum die Trainer von früher heute nicht mehr Trainer sind. Die besten Trainer (unabhängig vom Alter des Trainers) sind die, die pädagogische Mittel zu nutzen wissen  und es (größtenteils) schaffen, individuell auf die Spieler einzugehen. Und da einen sich die "modernen Laptoptrainer" mit Leuten wie Klopp oder Streich. 

Unabhängig davon bleibe ich dabei: Ein ehemaliger National- und Bundesligaspieler, der über ausreichend Kontakte verfügen müsste, der eine hervorragende Ausbildung genoss und eigentlich alles mitbringen müsste, um höherklassig zu trainieren muss sich selbst mal hinterfragen, wenn er in Liga 4 und 5 rumdingelt. Da scheint es an manchen Stellen eben nicht zu reichen. (Klassisches "Dochev-Paradoxon")  Lachen5

(20.03.2019, 07:13)DanielR78 schrieb: Wenn ich an meine aktive Zeit denke...da wurde gemault und im Anschluss sich die Hand gegeben und ein Bier geöffnet...Und heute?!!!

Berichte mal, wann hast du denn deine Karriere im Profifußball beendet?
Zitieren
Vielleicht hilft ja zusätzlich zum Anschreien eines jungen Fußballspielers, was ja auch noch schön medienwirksam zelebriert wurde, die Rückkehr zum Libero.
Manchmal frage ich mich...
Übrigens ist das Ganze in der Wirtschaft nicht anders. Auch hier verlangt man vom Trainer Chef, dass bei einem Fehler des Mitarbeiters, der Mitarbeiter nicht vor versammelter Mannschaft zur Sau gemacht wird. Das Vertrauensverhältnis ist dann meistens futsch.
Den Rest hat sehr treffend guerti und mein Freund von der Elbe gesagt.
Zitieren
@mirko - meintest Du jetzt das Medium, welches garnicht zum Spiel anwesend war, in der Spielberichterstattung das Thema abseits des Sportlichen jedoch breit zelebrierte in einem Artikel?
Zitieren
Der Verweis darauf, wie es früher mal ist wie immer wenig hilfreich.
Es gab Fußballer im Dritten Reich, die nach entsprechender Fehlleistung direkt an die Ostfront "transferiert" worden sind. Das war auch früher.
Die Zeiten heute sind eben so. Ich selber habe auch erlebt, wie Übungsleiter /Trainer zu DDR-Zeiten auch mal ne Backpfeife gegeben haben .
Heute undenkbar.
Ich kann TBs Ausbruch menschlich nachvollziehen nach dieser Leistung aber ihm ist in diesem Moment auch ein wenig die Differenzierung abhanden gekommen.
Das darf ihm so nicht passieren. Ich kann nur hoffen, dass er im Nachgang mit Wegmann im persönlichen Gespräch die Wogen geglättet hat.
Zitieren
Ich vermute eher das in der Winterpause an den Siegprämien der Mannschaft rumgeschraubt wurde wegen unserer finanziellen Lage und das die Mannschaft zähneknirschend zugestimmt hat. Das ist nur ne Vermutung aber anders kann ich mir die Auftritte nicht erklären.
Zitieren
(20.03.2019, 09:23)ronry schrieb: @mirko - meintest Du jetzt das Medium, welches garnicht zum Spiel anwesend war, in der Spielberichterstattung das Thema abseits des Sportlichen jedoch breit zelebrierte in einem Artikel?

Ja, es war wieder eine Freude wie das durch die BILD ausgeschlachetet wurde.
Dass den Heinzen der A r s c h auf Grundeis geht wegen Abstiegsgefahr verkommt da fast zur Nebensache...damit Stadionneubau in Frage gestellt, Insolvenz... alles Themen die man ausschlachten könnte jetzt!
Wie immer zeigt dieses Blatt, dass das Herz seiner "Journalisten" blau-gelb-weiss ist.
Als wir in der Situation Abstiegskampf/ Niedergang waren haben sie jeden Tag ihre Dreck-Kübel über uns ausgeschüttet.....
Zitieren
(20.03.2019, 09:29)Papa schrieb: Der Verweis darauf, wie es früher mal ist wie immer wenig hilfreich.
Es gab Fußballer im Dritten Reich, die nach entsprechender Fehlleistung direkt an die Ostfront "transferiert" worden sind. Das war auch früher.
Die Zeiten heute sind eben so. Ich selber habe auch erlebt, wie Übungsleiter /Trainer zu DDR-Zeiten auch mal ne Backpfeife gegeben haben .
Heute undenkbar.

Früher, früher, früher. Als wäre das ein Argument für oder gegen irgendwas. Du mir aus der Seele - vielen Dank!
Zitieren
Ich habe mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt: Natürlich war das im Fußball früher anders.
Ich denke man kann hier trotz 4.Liga dennoch von Leistungssport sprechen, zumindest ist das der Anspruch. Ihr glaubt doch nicht, dass in der Leichtathletik, Wintersport, Schwimmen usw. irgend einem Sportler der Hintern gepudert wird. Wenn du da bei einer härteren Ansprache zusammenbrichst, kannst du im Prinzip deinen Turnbeutel packen und gehen.
Nur der Fußball wird immer weicher. Wenn mal ein härterer Ton angeschlagen wird, steht der Spielerberater gleich im Büro vom Sportdirektor. 
Leute, seid mal ehrlich: Das passt doch alles irgendwo nicht mehr!? Wenn die Jungs einen richtigen Beruf nachgehen müssen, ist auch nicht alles eitel Sonnenschein, da musst du auch die Launen vom Chef aushalten und kannst dich nicht beim ersten Gegenwind einfach verpissen.
Zitieren
@napoleon - im Prinzip richtig, ich denke aber nicht, das Wegmann sich "verpissen" will.
Besser wird man nur - nicht nur im Sport - wenn man harte Phasen wegstecken kann und daraus lernt.
Ob das pädagogisch immer "wertvoll" ist, wie man angesprochen wird, ist diskutierbar.
Weiß ja auch keiner genau, was Brdaric konkret zu Wegmann gesagt hat.

Wenn man den MDR-Spielbericht (Video) und Augenzeugen als Grundlage nimmt, war Marius Wegmann schon angeschlagen und untröstlich, bevor Brdaric auf ihn einnagelte. Ich denke, er war auf sich selbst sauer, weil ihm dieser Fehler unterlaufen war ( wobei die Fernsehbilder mir eher Rätsel zu der Situation aufgeben - hat Wegmann Adewumi wiklich weggegrätscht ? Ich meine eher nein).
Ich halte beide für so professionell, das man das unter der Woche nochmal ruhig und sachich bespricht.
Vielleicht lernt auch Brdaric daraus noch etwas in der Arbeit mit jungen Spielern und in bestimmten Situationen.
Wenn er die jungen Spieler einsetzt und ihnen Fehler zugesteht ( was er ja selbst in Interviews äußerte), sollte er Wegmann diesen Fehler zugestehen.
Das man als Trainer unmittelbar nach dem Spiel und dessen Verlauf stocksauer ist, kann man nachvollziehen.
Vielleicht ist der wortlose Gang in die Kabine für den Moment die bessere Alternative. Sich sammeln, intern aufarbeiten.
Zitieren
Das war auch nur zum Teil auf Wegmann bezogen, ist ja schließlich ein allgemeines Problem.
Zitieren
Hab ich auch so verstanden. Alles gut. Winken1
Und ist in der Tat ein allgemeines Problem.
Es ist - gefühlt - heute oft so, das bei Problemen/Schwierigkeiten/Suche nach Lösungen oft der Weg des geringsten Widerstandes gesucht wird.
Mit Gegenwind klarkommen, mal um etwas kämpfen - kommt oft zu selten vor.
Zitieren
Wie geschrieben: Ich sehe da mehrere Möglichkeiten der Eskalation. Man kann ja jemanden kritisieren, ohne ihm die Qualität für die Liga abzusprechen. Was würdest du über ein Führungskraft sagen, die dich auf dem Flur runderneuert und dich fragt, ob du zu b**d bist, für die Arbeit, die er dir gegeben hat?

Es geht nicht darum, jemanden den Hintern zu pudern. Es geht darum, die Spieler zu fördern und zwar unter Nutzung der besten Erkenntnisse. Wozu haben wir eine Drohne, die unsere Spielformen aufnimmt? Wozu haben wir eine Videoanalyse der Spiele? Warum machen wir einen Laktattest? Wieso werden die Spieler darauf gedrängt, sich gesund zu ernähren und Pläne einzuhalten? Und wieso ist es dann in Ordnung, Erziehungsmethoden aus den 1970er Jahren zu nutzen, wenn alles andere hochmodern und -professionell gestaltet wird?Genauso könntest du doch auch sagen: Früher haben die nach dem Training auch ein(en Kasten) Bier getrunken. Früher waren die doch auch vor/nach dem Spiel bis 3 Uhr in der Disko. Früher wurde den Jungen doch auch mit dem Rohrstock Respekt eingeprügelt.

Mag ja alles sein und sicher ist heute nicht alles besser (siehe Verhalten nach "Foulspielen" oder Tätlichkeiten).

Es geht auch NICHT darum, dass Fehler nicht angesprochen werden oder Spieler auch mal gemaßregelt werden. Es geht darum, dass man vieles hätte besser machen müssen:
1) nicht vor laufender Kamera
2) nicht nach dem Abpfiff auf dem Feld
3) nicht in der PK danach
4) nicht im emotionalen Tief des Spielers
5) nicht nur das Negative (Liveticker: 70. Minute: Wegmann macht heute ein gutes Spiel)
6) im Rahmen einer Spielanalyse, nachdem sich das eigene Gemüt beruhigt hat
7) nicht der Spieler, der sich am wenigsten wehren kann

Was ist eigentlich mit dem Sportfreund Kelbel? Wieso war der nicht Mode? hat er nicht 2 riesige Chancen liegen lassen? Was ist mit dem Sportfreund Gladrow? Müsste der nicht längst 20 Scorrerpunkte zusammen haben? Bei Fürstenwalde hatte er letzte Saison zum selben Zeitpunkt 18, und das in einem Team, das weniger Qualität auf dem Platz hatte, als wir in dieser Saison. Nee, das sind ja "seine" Spieler. Man schnappt sich lieber nen jungen Spieler, der überhaupt erst seit knapp 1,5 Monaten Beachtung findet.

Und so ergibt sich über die letzten 9 Monate für mich ein Bild.

PS: Querverweise zwischen "richtiger Arbeit" und dem "Profifußball" verbieten sich eigentlich. zwinker

PPS: @ronry schreibt es schon gut: Man muss mit Fehlern junger Leute leben und sie akzeptieren. Sie lernen durch diese Fehler. Aber in Deutschland gibt es ja sowieso einen schrecklichen Umgang mit Fehlern. Ich verweise in dem Zusammenhang mal wieder auf Vera Birkenbiehl.
Zitieren
(20.03.2019, 10:49)Napoleon schrieb: Ich habe mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt: Natürlich war das im Fußball früher anders.
Ich denke man kann hier trotz 4.Liga dennoch von Leistungssport sprechen, zumindest ist das der Anspruch. Ihr glaubt doch nicht, dass in der Leichtathletik, Wintersport, Schwimmen usw. irgend einem Sportler der Hintern gepudert wird. Wenn du da bei einer härteren Ansprache zusammenbrichst, kannst du im Prinzip deinen Turnbeutel packen und gehen.

Glaub mir, auch dort hat sich die Ansprache der Trainer geändert. Das war früher anders. aber früher gab es auch in dieser Beziehung zwischen Fußball und den anderen Sportarten große Unterschiede. Ich durfte mal ein Training der Weltklasseturnerin Maxi Gnauck in den 80-ern verfolgen, heimlich. Die war zu diesem Zeitpunkt bereits Olympiasiegerin.
So, wie der Trainer mit ihr da umgegangen ist, das würde man fast schon als menschenverachtend bezeichnen. Heute gäbe es für so etwas ne dicke Headline auf der Titelseite der BILD. Angst war durchaus ein Bestandteil des Leistungssportes in der DDR früher aber definitiv nicht im Fußball. Denen ging es doch viel zu gut.
Zitieren




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste